Historie
Im Januar 1990 konstituierte sich im Ostteil Berlins eine Initiative engagierter Eltern, Lehrer und Jugendlicher, deren erklärtes Ziel darin bestand, der zu erwartenden „Drogenwelle“ nach Kräften entgegenzuwirken. Aus dieser Initiative ging im Frühjahr 1990 ein neuer Verein hervor, der pad e.V. (parents and youngsters against drug abuse = Eltern, Kinder und Jugendliche gegen Drogenmissbrauch).
Folgerichtig standen deshalb am Anfang der Vereinsarbeit in der Zeit unmittelbar nach der Wende Suchtpräventionsprojekte mit Schulklassen und erste Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer. Nicht jedes Projekt, das mit großem Aufwand auf den Weg gebracht wurde, konnte seither am Leben erhalten werden. Ideen gab es zumeist genug, doch manche Konzepte hielten dem Alltagstest nicht stand. Am häufigsten aber fehlte es an Finanzierungsmitteln. Denn auch die Arbeit des pad e.V. vollzog sich nicht im luftleeren Raum und wurde vor allem in den Jahren nach der Jahrtausendwende immer wieder von der prekären Haushaltslage des Landes Berlin und seiner Bezirke, vor allem Marzahn-Hellersdorf als Schwerpunkt der Vereinstätigkeit, beeinflusst.
Gleichzeitig entwickelte sich eine hohe Dynamik in der Vielfalt der Konzepte und Projekte. So konnten sich manche Projekte, die anfänglich eher peripheren Charakter tragen, im Laufe der Zeit zu wichtigen Säulen der Vereinsarbeit entwickeln. In dieser Vielfalt und – bei aller Wahrung der Kontinuität – in der beständigen Neuorientierung lag und liegt die Stärke der Vereinsarbeit. Vor allem aber galt von jeher: Herzstück der Tätigkeit des pad e.V. ist die Sucht- und Gewaltprävention.
Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehörten Dr. Gert Wolter als erster Vorstandsvorsitzender, Dr. Heidemarie Schulze als erste Geschäftsführerin, Dr. Christine Protz-Franke als Mitglied des Vorstandes sowie Dr. Kerstin Döring. Die Geschichte des Vereins ist eng mit dem Namen des Malers und Sozialpädagogen Edgar-Carlo Bettermann (1928-2002) verbunden, der Know-how und Erfahrungen aus der Sucht- und Jugendhilfe aus Westberlin einbrachte. Seit 1994 wirkt Dr. Heinrich Niemann als Vorstandsvorsitzender sowie seit 1995 Dr. Wolfgang Drahs als Geschäftsführer.
Aufgaben und Ziele
Der Name des Vereins – Eltern und Jugendliche gegen Drogenmissbrauch – bringt bis auf den heutigen Tag dessen Grundhaltung zum Ausdruck: Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und deren Eltern zu vermitteln, verantwortungsvoll mit Suchtmitteln umzugehen, Konflikte diskursiv auszutragen und Chancen mit eigenem Engagement wahrnehmen zu können.
Der Verein pad e.V., anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, arbeitet seit 15 Jahren unter dem Motto „Offen – fachkompetent – vernetzt“ erfolgreich an der Schnittstelle von Jugendhilfe, Sucht- und Gewaltprävention. Neben den Beratungsangeboten für Eltern, Jugendliche und Schulen im Bereich der Suchtprävention, den Einrichtungen und Projekten der offenen Kinder- und Jugendarbeit entsprechend § 11 KJHG und der ambulanten Betreuung straffälliger Jugendlicher insbesondere nach § 10 JGG verfügt der Träger über umfangreiche Erfahrungen in der Jugendhilfe in seinen zahlreichen Einrichtungen und Angeboten im Rahmen der Förderung der Erziehung in der Familie nach § 16 KJHG und der Hilfen zur Erziehung gem. §§ 27, 29, 30, 31, 32, 35a.
Seit Mitte der 90er Jahre gewann der Verein Schritt für Schritt an sozialpädagogischer Kompetenz in angrenzenden, neuen Feldern sowohl der Kinder- und Jugendsozialarbeit, wie der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit nach § 13 KJHG, als auch im Bereich der Angehörigen- und Betroffenenarbeit, der Gemeinwesen- und Nachbarschaftsarbeit sowie der Förderung von Ehrenamt und Selbsthilfe. Alle Leistungsangebote des pad e.V. sind trotz ihrer spezifischen Ausrichtung immer Angebote entsprechend des Bedarfs des Sozialraumes bzw. Stadtteils und dienen zugleich als Angebot für den Stadtteil und teilweise darüber hinaus. Im Laufe der Jahre war eine zunehmende Verknüpfung der Angebote in die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit zu verzeichnen. Die Mitarbeit in relevanten Vernetzungsrunden bzw. Gremien ist für den Träger selbstverständliche Voraussetzung und Bestandteil der Arbeit.
Kernbereiche des Trägers sind:
- Kontakt- und Beratungsangebote für suchtmittelgefährdete Kinder, Jugendliche und deren Familien
- sozialpädagogische Angebote für delinquente Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen
- drogenfreie Kommunikations- und Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende
- Hilfen zur Erziehung nach KJHG §§ 27 ff. (ambulant und teilstationär)
- Betreuungs-, Beratungs- und Unterbringungsangebote für obdachlose Alkoholiker
- Beratungs-, Begegnungs- und Betreuungsangebote für Suchtmittelabhängige auf Basis der Selbsthilfe
- Angebote der Berufsorientierung sowie -vorbereitung für sozial benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene
Unter seinem Dach vereint der pad e. V. gegenwärtig eine Vielzahl von Projekten und Einrichtungen als abgestimmtes System primär- und sekundärpräventiver Betreuungs-, Beratungs- und einzelfallbezogener Hilfsangebote in mehreren Berliner Bezirken und im Land Brandenburg. Tag für Tag betreuen die etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 200 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch deren Eltern und Bezugspersonen.
Der pad e.V. ist Hauptgesellschafter der 1996 gebildeten Balance gGmbH als Träger des „Haus an der Polz“ in Seilershof, einer stationären Jugendhilfeeinrichtung, die neben therapeutischen und berufsvorbereitenden Angeboten auch schulische Angebote für etwa 30 rauschmittelabhängige und -missbrauchende Jugendliche bereitstellt.
Das permanente Nachdenken über neue Konzepte und Projekte sowie ein hoher theoretischer Anspruch gehören zum Leitbild des pad e. V. Dies zeigen auch die jährlichen Fachtagungen des Vereins. Jüngstes Beispiel war die Fachtagung „Prävention lohnt sich“ am 18. November 2004 mit Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet.
Qualitätsmanagement
Der Themenbereich Qualitätsmanagement gewinnt im Bereich sozialer Dienstleistungen nicht zuletzt aufgrund gesetzlicher Änderungen mehr und mehr an Bedeutung. Die aktuelle Situation ist gekennzeichnet durch Veränderungen der internen Abläufe und der Neustrukturierung der Leistungserbringung. Aus diesen komplexen Rahmenbedingungen ergibt sich die Notwendigkeit, Veränderungen herbeizuführen und Qualitätsmanagement als praxisgerechtes Werkzeug zur Weiterentwicklung der sozialen Dienstleistung anzuwenden.
Für die erfolgreiche Verwirklichung unseres QM-Systems ist es unerlässlich, sich grundlegend ständig mit der ISO-9000-Normenfamilie und deren Interpretation auseinander zu setzen sowie sich weiterführendes Wissen über die Anwendung von Methoden und Werkzeugen des Qualitätsmanagement anzueignen. Der dadurch ausgelöste Wandel setzt neue Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus.
Aus diesem Grund hat der Träger pad e.V. ein umfangreiches Qualitätsmanagement mit einer Kombination aus Qualitätszirkeln, Verbesserungsprojekten, einem Qualitätsmanagement-Handbuch und internen Audits entwickelt, um seine sozialen Dienstleistungen der DIN ISO 9001:2000 zu realisieren. Die Zertifizierung erfolgte im Dezember 2003.
Struktur

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Satzung
Der Vereinszweck definiert sich nach § 2 der Satzung. Danach verfolgt der Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige bzw. mildtätige Wohlfahrtszwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung der Bundesrepublik Deutschland (§ 52 ff. AO) in der jeweils gültigen Fassung.
Zweck des Vereins ist:
- Die Förderung und Unterstützung einer wirksamen Sucht- und Gewaltprävention in der Familie, in der Jugendhilfe, in Bildungs- und Freizeiteinrichtungen sowie in der Öffentlichkeit;
- Die Förderung und Entwicklung sinnvoller Infrastrukturen zwischen freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe, die dem Anliegen ganzheitlicher Suchtprävention gerecht werden;
- Die individuelle Beratung und Betreuung von Betroffenen bzw. von deren Angehörigen und die Vermittlung in suchttherapeutische Einrichtungen;
- Die inhaltliche und organisatorische Unterstützung der Aus- und Fortbildung von Pädagogen und Sozialarbeitern im Bereich der Suchtprävention
Der Verein kann seine Betreuungsmaßnahmen sowohl ambulant als auch in eigenen Einrichtungen erbringen. Er hat das Recht, zur Verwirklichung seiner satzungsgemäßen Zwecke Zweckbetriebe zu gründen und sich an satzungsgemäßen gemeinnützigen Vorhaben, Unternehmen und Organisationen zu beteiligen.
pad e.V. Geschäftsstelle
Kastanienallee 55
12627 Berlin
Telefon: (030) 93 55 40 40
E-Mail: info@padev.de
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