Können Glücksspiele süchtig machen?

Spielen ist ein menschliches Bedürfnis. Viele können Glücksspiele problemlos in ihren Alltag integrieren, einige Menschen jedoch entwickeln ein riskantes oder süchtiges Spielverhalten, das gravierende negative Konsequenzen für die finanzielle Situation, Familie und Beruf nach sich ziehen kann.

Was ist ein Glücksspiel?

Ein Glücksspiel liegt vor, wenn zur Teilnahme am Spiel ein Entgelt entrichtet werden muss und der Ausgang des Spiels vorrangig oder vollständig vom Zufall6 abhängt. Darin unterscheiden sich Glücksspiele von Kompetenz- bzw. Geschicklichkeitsspielen wie Schach. Insbesondere der Geldeinsatz und die Hoffnung auf Gewinn verleihen dem Glücksspiel den damit verbundenen Nervenkitzel. Die gesellschaftliche Bedeutung von Geld, die Aussicht auf Reichtum und Anerkennung können den Reiz zu spielen verstärken. Glücksspiel kann angenehme Gefühle hervorrufen, stimulieren, anspannen und entspannen – diese Spannbreite ist sofort erlebbar, solange Gewinnaussichten bestehen. In dieser Hinsicht kann man die Wirkung des Glücksspiels mit der eines Suchtmittels vergleichen. In Gewinnphasen kommt die Spieler*in in Euphorie und eine länger anhaltende Stimulation. Bei Verlust setzen Enttäuschung, Missstimmung, Niedergeschlagenheit, Minderwertigkeitsgefühle oder auch Panik ein. Glücksspiele ähneln also in ihrer Wirkung anderen Suchtmitteln wie z.B. Alkohol.

Der Weg zur Glücksspielsucht

Ähnlich wie bei einer Alkoholsucht kann der/die Spieler*in die Kontrolle über das Verhalten verlieren und eine Abhängigkeit entwickeln. Generell lassen sich drei unterschiedliche Glücksspielphasen definieren:

Soziales Spielen:

Typischerweise findet soziales Spielen (meist im Freundes- oder Bekanntenkreis) in einem zeitlich begrenzten Rahmen mit geringen Einsätzen statt. Das Vergnügen, die Abwechslung und die Unterhaltung stehen im Vordergrund.

Riskantes Spielen:

Bei steigenden Einsätzen und steigender Spielfrequenz liegt ein riskantes Spielverhalten vor. Gerade bei Verlusten können Risikospieler*innen nicht mehr aufhören zu spielen. Der nächste Gewinn soll erlittene Verluste wieder ausgleichen. So wird mit diesem Spielverhalten mehr Geld verspielt als beabsichtigt. Durch die riskante Spielweise verlieren die Spieler*innen zunehmend die Kontrolle über das eigene Spiel. Durch das häufige Spielen werden soziale und berufliche Verpflichtungen immer stärker vernachlässigt.

Pathologisches Spielen:

Spielsüchtige unternehmen wiederholt erfolglose Versuche, das Spiel einzuschränken oder aufzugeben. Dabei werden sie häufig als unruhig und gereizt erlebt. Soziale bzw. berufliche Tätigkeiten werden aufgegeben oder verloren. Eine Besonderheit bei Glücksspielsüchtigen ist, dass sie Verlusten durch immer neues Spielen hinterherjagen (Chasing) und der festen Überzeugung sind, nur so aus ihrer misslichen Situation wieder herauskommen zu können. Diese Menschen sind auch gefährdet, sich das für das Glücksspiel benötigte Geld illegal zu beschaffen Beschaffungskriminalität). Das Spiel ist zum hauptsächlichen Lebensinhalt geworden.

Lesen Sie mehr!

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unseren Veröffentlichungen zum Thema Suchtprävention.

Zum Download

Mehr Infos zum Thema finden Sie in unserem Bestellportal