
Fachgespräch mit Wissenschaftler*innen aus Tokio zur Prävention riskanten OTC-Medikamentenkonsums bei Kindern und Jugendlichen
Wie lassen sich schon Kinder für einen achtsamen Umgang mit OTC-Medikamenten (over the counter, deutsch: rezeptfreie Medikamente) sensibilisieren? Welche Erfahrungen und Erkenntnisse zu Präventionsansätzen können wir voneinander lernen? Hierzu haben wir uns mit Michiko Obara, Takayuki Yoshida und Mina Harada, drei Wissenschaftler*innen der Faculty of Pharmaceutical Sciences der Teikyo Heisei University, Tokio, Japan, im Rahmen ihrer Studienreise ausgetauscht.
Wirksame Präventionsarbeit kennt viele Wege – die Mischung macht’s
Einig war man sich, dass missbräuchlicher und teilweise sehr schädlicher Medikamentenkonsum bei jungen Menschen durchaus als Symptom bzw. Bewältigungsstrategie zu deuten ist. Dem können, neben grundsätzlicher Unwissenheit zur Anwendung der Arzneien z. B. Zustände wie Überforderung, Einsamkeit und Angst zugrunde liegen.
Im Austausch verschiedener kultureller und gesellschaftlicher Perspektiven wurde zudem klar: Wirksame Präventionsarbeit kennt viele Wege. So prüfen die japanischen Kolleg*innen bspw. derzeit, inwieweit der Einsatz von App-basierter Präventionsarbeit zur Anwendung von Medikamenten in der Grundschule erfolgversprechend sein könnte.
Das Fazit des Austauschs: Die Mischung macht’s. Zum einen durch spielerische Stärkung der Gesundheitskompetenz sowie Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen und auch das systemische Einbeziehen von Lehrer*innen und Eltern. Zum anderen durch Kombination personenzentrierter Ansätze mit der Adressierung struktureller Voraussetzungen, z. B. was den Zugang zu OTC-Medikamenten für Kinder angeht.
Wir danken den Kolleg*innen für den gemeinsamen Austausch und wünschen weiterhin gutes Gelingen bei Ihren Vorhaben!



