Hoch hinaus … und was ist riskant? Fast 100 Jugendliche nutzen das Kletterevent zur Alkohol- und Cannabisprävention

6. Februar 2020 Allgemein

Es ist schon fast eine Tradition: Am 6. Februar 2020 lud die Fachstelle für Suchtprävention Berlin bereits zum dritten Mal zum Kletteraktionstag ein, der insbesondere Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischem Status angesprochen hat mitzumachen. Es fanden sich fast 100 Jugendliche, vorwiegend aus Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen, in der Magic Mountain Kletterhalle ein, um das kostenfreie Angebot zu nutzen.

Berliner Jugendliche beginnen früh mit dem Konsum von Alkohol und Cannabis – so trinken Jugendliche im Durchschnitt mit 15 Jahren das erste Mal Alkohol. Mit knapp 15 Jahren wird ebenfalls durchschnittlich zum ersten Mal in der Hauptstadt Cannabis probiert. Oft können sich Jugendliche noch nicht gut einschätzen, es fehlt ihnen an einem ausgeprägten Gespür für den eigenen Körper und an Wissen über die Risiken und Wirkungen von Alkohol oder Cannabis.

Hier setzt der Kletteraktionstag an und fördert durch das Erlebnis Klettern in Verbindung mit Risikoerleben die Auseinandersetzung mit den Risiken von Alkohol und Cannabis. Von erfahrenen Klettertrainer*innen betreut, konnten die Jugendlichen beim gegenseitigen Sichern und Kennenlernen von Grenzsituationen sich im verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Risikosituationen üben.

Verknüpft wurde das mit dem risflecting®-Ansatz, der folgende Botschaften umfasst:
BREAK – nach der erlebnispädagogischen Kletteraktion wurde das Gefühl für die eigenen Grenzen psychisch wie auch physisch erfasst.
LOOK AT YOUR FRIENDS – gegenseitiges Sichern vermittelt den Jugendlichen das Gefühl von Verantwortung ganz konkret.
REFLECT – mit den Suchtpräventions-Expert*innen wurde offen über das Erlebnis des Kletterns, sowie über Konsumerfahrungen und die Risiken von Substanzkonsum gesprochen.

Neben dem Klettern konnten die Jugendlichen bei vier interaktiv gestalteten Stationen rund um die Themen Alkohol und Cannabis mitmachen, die von Suchtpräventions-Expert*innen moderiert wurden. So gab z.B. ein Wissensquiz den Jugendlichen Fakten zu Alkohol und Cannabis mit an die Hand, beim Thesenspiel konnten sie sich positionieren und mit den anderen über die Meinungen diskutieren. Thema waren auch die Meinungen von Eltern sowie persönliche Lebenskompetenzen, Wünsche und Perspektiven. Die Jugendlichen erhielten neben hilfreichen Infos auch eine risflecting-Gürteltasche zum Abschluss, die sie mit den risflecting-Botschaften weiter in ihren Alltag begleitet. Für die Jugendlichen war es ein toller Tag – so meldeten sie zum Ende der Veranstaltung u.a. zurück, dass es sich super anfühlt, „gemeinsam stark zu sein“ und „dass es der coolste Tag ever“ sei. Eine Betreuerin gefiel besonders die „Verbindung von Wissen und Klettern“.

Die Fachstelle für Suchtprävention dankt allen Teilnehmer*innen und Beteiligten außerordentlich für die Unterstützung dieses beliebten Kletteraktionstages! Besonders gedankt sei dem Team der Magic-Mountain-Kletterhalle für die gute Zusammenarbeit in der Kletterhalle sowie der Regionalgesellschaft EDEKA Minden-Hannover, durch deren Unterstützung und Spendenaktion des Landesprogrammes „Na klar – unabhängig bleiben!“ das Kletterevent überhaupt erst möglich war! Herzlichen Dank, dass es gelingt, gemeinsam die Prävention in Berlin für junge Menschen zu stärken!