Landesprogramm „Berlin qualmfrei“

„Berlin qualmfrei“ ist das Berliner Landesprogramm zur Förderung des Nichtrauchens. Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern setzt sich die Fachstelle für Suchtprävention Berlin für ein Leben ohne Tabakrauch ein!

Das von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz von 2004-2007 durchgeführte Landesprogramm wird seit Oktober 2007 von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin weitergeführt und koordiniert. Getragen wird das Landesprogramm von einem Netzwerk bestehend aus der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, den Berliner Bezirken und Partnerinnen und Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen.

Mit der Einführung der Nichtraucherschutzgesetzgebung wurde ein wichtiges Etappenziel in der Tabakprävention erreicht. Das Landesprogramm „Berlin qualmfrei“ hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass das Nichtrauchen in Berlin selbstverständlicher geworden ist. Sicherlich sind damit noch nicht alle Ziele der Tabakprävention erreicht. Grund genug über eine Strategie nachzudenken, um neue Ziele zu setzen und die Tabakprävention nachhaltig in Berlin zu verankern.

Hierbei kann das Landesprogramm an Erfahrungen etablierter und erfolgreicher Präventionsprojekte anknüpfen. Die Beteiligung der Senatsverwaltungen für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie für Bildung, Jugend und Familie, aller Berliner Bezirke / Abteilung Gesundheit und zahlreicher weiterer Institutionen und Initiativen der Tabakprävention und -behandlung geben dem Programm in institutioneller Hinsicht ein Alleinstellungsmerkmal, das den notwendigen „Rückenwind“ für eine erfolgreiche Tabakprävention gibt.

Das Landesprogramm „Berlin qualmfrei“ ist einem mehrdimensionalen, integrierten Ansatz verpflichtet. Durch Einwirken auf Politik werden weitere Verbesserungen beim gesetzlichen Nichtraucherschutz und bei der Eindämmung des Tabakkonsums angestrebt. Mit einem policy mix sollen die Bereiche der Verhaltens- und Verhältnisprävention gleichermaßen bearbeitet werden.

Ein weiteres Ziel des Programms war und ist deren flächendeckende Verankerung im Land Berlin. Hier gilt es das Profil von „Berlin qualmfrei“ weiter zu schärfen und kreative, „pfiffige“ und wirksame Projekte zu entwickeln. Diese sollten das mögliche suchtpräventive Methodenspektrum ausschöpfen sowie in eine erkennbare Strategie eingebettet werden, um nicht in einem isolierten Aktionismus münden. Die Maßnahmen setzten generell an einer Einstellungsänderung oder an der Förderung tabakpräventiver Strukturen an, es wird eine längerfristige Strategie zur Förderung des Nichtrauchens verfolgt. Diese beinhaltet vielfältige Maßnahmen wie z.B.

  • Kampagnen
  • Bildungs- und Schulungsmaßnahmen
  • Zielgruppen- und settingbezogene Aktionen und Projekte
  • Jährliche öffentlichkeitswirksame Aktionen zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai jeden Jahres

Weltnichtrauchertag 2020 – neue Mitmach-Station klärt Jugendliche über die Risiken von Shisha-Konsum auf

„Im Sommer gehen wir immer in den Park und rauchen da. Ist so ein Gemeinschaftsding.“
„Ist doch eigentlich nur Wasserdampf, der süß schmeckt.“
„Das gehört doch zu unserer Kultur dazu! Alle rauchen Shisha.“
„Zigaretten kann ich nicht rauchen. Die kratzen immer so im Hals. Shisha ist total angenehm.“

Diese O-Töne Berliner Jugendlichen zeigen: Die Attraktivität von Shisha-Rauchen unter Jugendlichen ist hoch. Gleichzeitig schätzen sie Shishas häufig als harmloser als Zigaretten ein.

Beim Shisha-Konsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist aktuell ein Anstieg zu verzeichnen, so haben laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Jahr 2018 23,8% der Jugendlichen schon einmal Shisha-Rauchen probiert, 9% haben in den letzten 30 Tagen Shisha geraucht. Unter jungen Erwachsenen haben 61,0% schon einmal Shisha probiert und es rauchten mit 19% doppelt so viele junge Erwachsene (wie Jugendliche) in den letzten 30 Tagen Shisha.

Dabei birgt Shisha-Konsum zahlreiche Risiken und es halten sich unter Jugendlichen viele Mythen, so wird z.B. von Jugendlichen immer wieder gesagt, dass in einer Shisha „ja nur Obst drin sei“ oder „dass durch das Wasser in der Shisha ja alle Schadstoffe ausgespült werden“.

Hier setzt die neue Mitmach-Station für Jugendliche „Wenn´s nach Obst schmecken soll, dann iss einen Apfel“ an, die anlässlich des Weltnichtrauchertags 2020 von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin und der BKK VBU veröffentlicht wurde.

Sie fördert bei Jugendlichen nach modernen Standards der Suchtprävention die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Shisha-Konsum und sensibilisiert sie für die Risiken. Mit Modulen wie „Alles cool? Vor- und Nachteile des Shisha-Rauchens“ oder „Shisha – alles andere als harmlos – Das ultimative Quiz“ werden Mythen rund ums Thema Shisha „entzaubert“ und Wissen vermittelt. Zum Abschluss werden mit dem Modul „So chille ich gerne… – Alternativen finden“ Möglichkeiten benannt, um ohne Shisha (mit Freund*innen) zusammen zu sein.

Mit einem lebensgroßen Shisha-Aufsteller auf einem orientalischen Tisch verbreitet sie Lounge-Atmosphäre – ein echter Hingucker im Klassenraum oder Jugendclub!

Die Shisha-Mitmach-Station kann im Unterricht oder in Jugendprojekten, aber auch auf größeren Präventions-Events wie z.B. den JugendFilmTagen eingesetzt werden. Die Mitmach-Station „Wenn´s nach Obst schmecken soll, dann iss einen Apfel“ kann ab sofort für Präventionsaktivitäten in der Fachstelle für Suchtprävention Berlin geliehen werden.

Die Fachreferent*innen der Fachstelle für Suchtprävention beraten Sie gern hinsichtlich Einsatzmöglichkeiten, Ausleihkonditionen und geben Tipps zur Durchführung in Ihrer Schule, Jugend(freizeit)einrichtung oder in Ihrem Sportverein.

Sprechen Sie uns gerne an!

Kontakt:
Tel: 030 – 29 35 26 15
E-Mail: info@berlin-suchtpraevention.de
Online-Chat: www.berlin-suchtpraevention.de/online-beratung

Sie können die Shisha-Mitmach-Station vor Ihrem Einsatz reservieren. Bei der Ausleihe muss eine Kaution in Höhe von 200 € hinterlegt werden, die nach ordnungsgemäßer Rückgabe wieder zurückerstattet wird.

 

Weltnichtrauchertag 2019 – Jugendliche und Shisha

Shisha-Rauchen ist nicht, wie häufig angenommen, harmloser als das Rauchen von Zigaretten. Gerade unter den 12-17-Jährigen, aber vor allem unter den 18-25-Jährigen haben die Konsumzahlen in den letzten Jahren zugenommen, während der Zigarettenkonsum stetig abnimmt.

Dass Shisha die vermeintlich gesündere Alternative des Rauchens ist, ist bei Jugendlichen nach wie vor sehr verbreitet. Dabei ist Shisha-Rauchen keineswegs harmloser als das Rauchen von Zigaretten, wie es Jugendliche oft glauben: Nachgewiesen ist, dass beim Shisha-Rauchen deutlich mehr von dem abhängig machenden Nikotin aufgenommen wird als bei einer einzelnen Zigarette. Außerdem entsteht durch die Verbrennung der Kohle in der Wasserpfeife eine große Menge von Kohlenmonoxid – gerade in geschlossenen Räumen eine große Gefahr für eine CO-Vergiftung!

In Workshops mit Schüler*innen zeigt sich immer wieder, dass sie sich oft unkritisch gegenüber Shisha-Rauchen äußern und häufig Halbwissen vorliegt. Deshalb nimmt die Fachstelle für Suchtprävention Berlin das Thema Jugendliche und Shisha im Rahmen des diesjährigen Weltnichtrauchertags in den Fokus und stellt neue Materialien für die pädagogische Arbeit in Schule, Jugendhilfe oder Sportvereinen zur Verfügung. Sie sollen pädagogische Fachkräfte dabei unterstützen, Wissen zu vermitteln und Jugendliche zur Reflexion des Shisha-Rauchens anregen sowie Handlungsalternativen anbieten.

Angeboten wird mit dem „Shisha-Thesenspiel“ eine interaktive Methode zur kritischen Reflexion von Shisha-Konsum. Ein Spielkartenset unter dem Motto „Wenn´s nach Obst schmecken soll – dann iss einen Apfel!“ greift den Mythos der Shisha als vermeintlich gesunder Alternative auf und bietet gleichzeitig eine Freizeit-Alternative an, die Spaß macht, ohne sich oder andere mit Rauch zu gefährden.

Die interaktive Methode steht Ihnen als Download zur Verfügung. Die Kartenspiele werden im Rahmen von Präventionsveranstaltungen rund um das Thema Tabak und Shisha an Jugendliche ausgegeben.

 

Berliner Hauptstadtbündnissitzung 2018:
Es bewegt sich was! Aktuelle Herausforderungen der Berliner Tabakprävention

Es ist noch nicht viele Wochen her, da war zu lesen, dass das Nichtraucherschutzgesetz für die Stadt mit einem neuen Gesetzesentwurf überarbeitet wurde. Doch wenn es um die Förderung des Nichtrauchens geht, gilt es sich nicht nur der Verhältnisprävention zu widmen – es geht gleichermaßen auch um wirkungsvolle Maßnahmen der Verhaltensprävention, vor allem für diejenigen, bei denen das Risiko der (Passiv-)Rauchbelastung besonders hoch ist. Dieser Themenvielfalt widmete sich die diesjährige Berliner Hauptstadtbündnissitzung des Landesprogramms „Berlin qualmfrei“ mit dem Titel „Rauchen in Berlin – Ein Dauerbrenner! Aktuelle Herausforderungen für die Berliner Tabakprävention“.
Am 22. November 2018 informierten sich über 60 Fachkräfte im Rathaus Pankow über aktuelle Herausforderungen der Tabakprävention. Sie wurden begrüßt von Christine Köhler-Azara, Sucht- und Drogenbeauftragte des Landes Berlin und Dr. Thorsten Kühne Stadtrat für Schule, Sport, Facility Management und Gesundheit im Bezirk Pankow. Es referierten Dr. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, Christine Köhler-Azara, Sucht- und Drogenbeauftragte des Landes, Johannes Spatz vom Forum Rauchfrei, Dr. Matthias Brockstedt vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, Sonja von Eichborn von Blue 21, Unfairtobacco und Gerd Rakete von „Rakete Konzepte“.
Wir danken allen Referent*innen für Ihre wertvollen Beiträge, die entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben! Und wir bedanken uns ebenfalls bei Yvonne Tenner-Paustian, Psychiatrie- und Suchthilfekoordinatorin des Bezirks Pankow, für die engagierte Moderation der Tagung!

Die Vorträge zur Hauptstadtbündnissitzung 2018 finden Sie hier.

 

Weltnichtrauchertag 2018:
Berliner Tabakprävention setzt sich ein für „Rauchfreie Autos für Kinder“

Schon wenige Züge an der Zigarette im Auto erhöhen die Feinstaubbelastung im Innenraum enorm. Tabakqualm ist der gefährlichste und zugleich bedeutendste vermeidbare Innenschadstoff für Kinder. Das ist Eltern oft nicht bewusst. Dabei beeinträchtigt Passivrauchen Kinder noch stärker als Erwachsene, denn ihre Organe sind noch nicht voll entwickelt und damit besonders empfindlich. Selbst wenn nicht in Anwesenheit von Kindern geraucht wird, werden diese mit den Giftstoffen konfrontiert, denn die lagern sich z.B. in Textilien ab und werden noch lange Zeit nach dem Rauchen in die Luft abgegeben. Dies gilt umso mehr, wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird.

Um diesem wichtigen Thema Gewicht zu verleihen, starten wir zum 31. Mai 2018 mit Unterstützung der BKK VBU das Präventionsprojekt „Rauchfreies Auto für mein Kind!“. Aufgelegt wurden 5.000 Parkscheiben, die über die Risiken von Passivrauchen für (Klein)-Kinder im Auto informieren. Unsere Erfahrungen zeigen, dass eine Parkscheibe im Alltag (nicht nur) von Eltern regelmäßige Anwendung findet und damit auf der Rückseite Präventionsbotschaften gut platziert sind und immer wieder gelesen werden. Die Parkscheiben werden in allen Berliner Bezirken an Eltern und Familien ausgegeben, z.B. in Bürgerämtern, Familienzentren oder Elterncafés.

Lesen Sie mehr in unserer Pressemitteilung.

Aktivitäten des Landesprogramms Berlin qualmfrei aus den letzten Jahren (Auszug):

  • Kampagne und Infooffensive „Tabakanbau ist Ausbeutung“ mit Plakaten im Berliner Stadtbild, 10.000 Info- und Postkarten
  • „Mama denkt (gerade nicht) an Dich – Schütze Dein Kind!“ und „Papa würde (fast) alles für Dich tun – Schütze Dein Kind!“: Interaktive Aufklärungsflyer in einfacher Sprache zum Thema Passivrauchen für Mütter und Väter
  • DVD „Passivrauchen – eine unterschätzte Gefahr. Ein Informationsfilm über die Gefahren von Feinstaubpartikeln in Zigarettenrauch“. Ein Informationsfilm für pädagogische Fachkräfte, der über die Gefahren von „second-hand smoking“ für Babys und Kinder aufklärt.  Auch das  weniger bekannte Thema „third-hand smoking“ kann auf Basis des Films diskutiert werden, also das Rückstandsrauchen durch Nikotinablagerungen z.B. in Kleidung, Haaren oder auf Spielzeugen.
  • Infokarte „Dampf statt Rauch“ zu E-Zigarette/E-Shisha
  • Infoblatt Tabak

Unter Informationen sowie im Bestellportal finden Sie diese und weitere Fachveröffentlichungen im Rahmen des Landesprogramms.