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Besorgniserregender Social Media-Trend

16. Februar 2026Allgemein

Aromatisierte Zahnstocher gehen viral. Beworben als Atemerfrischung oder um vom Rauchen loszukommen, finden sie großen Anklang. Allerdings werden über Social Media auch nikotingetränkte Zahnstocher verbreitet.

Das Risiko, dass gerade junge Menschen früh mit Nikotin in Kontakt kommen, wird so erhöht. Laut einer Präsentation der Thorax-Universitätsklinik Heidelberg beim DKFZ-Kongress gibt es aktuell eine immer größer werdende Anzahl von Nikotin-Produkten mit fragwürdigen Inhaltsstoffen und problematischem Marketing.

Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin arbeitet u.a. mit dem Landesprogramm Nikotin- und Cannabisprävention zu diesen aktuellen Themen und bietet adressat*innengerechte Präventionsangebote für junge Menschen, aber auch für die Berliner Öffentlichkeit.

Die mit Nikotin und verschiedenen Aromen getränkten Holzstäbchen sind äußerlich kaum von normalen Zahnstochern zu unterscheiden. Sie werden zwischen Zahnfleisch und Wange platziert, wo das Nikotin über die Mundschleimhaut direkt in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Je nach Produkt kann ein einzelner Zahnstocher zwischen zwei und sechs Milligramm Nikotin enthalten (im Vergleich: in einer normalen Zigarette sind zwischen 0,6 und etwa 2 Milligramm Nikotin enthalten).

Häufig werden sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Minze, Zimt oder Wassermelone angeboten und gezielt als diskrete Möglichkeit beworben, Nikotin überall und jederzeit konsumieren zu können. Gerade diese Unauffälligkeit macht Nikotinzahnstocher besonders problematisch. Da sie wie ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand aussehen, werden sie leicht unterschätzt und sind auch für Außenstehende, etwa Lehrkräfte oder Eltern, kaum als Nikotinprodukt erkennbar.

Verstärkt wird dies auch durch Trends auf TikTok und verschiedene Influencer*innen – schon länger in den USA, jetzt auch in Deutschland.

In den USA gibt es eine Studie (2023), die die Nutzung oraler Nikotinprodukte erforscht hat und danach haben knapp 30 % in ihrem Leben schon einmal ein orales Nikotinprodukt genutzt (davon 20 % zwischen 13 und 20 Jahre alt). In Deutschland ist uns aktuell keine Studie zum Nutzungsverhalten von oralen Nikotinprodukten bekannt. Prof. Hanewinkel und Kollegen (2025) stellen aber fest, dass Nikotinbeutel und E-Zigaretten in Deutschland oft die gesetzlichen Bestimmungen unterlaufen und der Jugendschutz unwirksam ist.