Nikotinprävention in Berlin

Nikotinkonsum hat in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel gezeigt. Jahrelang gingen die Konsumzahlen bei Zigaretten und Tabakprodukten zurück und Rauchen verlor an Attraktivität. Rahmenbedingungen wie das Nichtraucherschutzgesetz trugen dazu bei, dass Rauchen „out“ war. Der Trend ändert sich: neue Produkte wie (Einweg-)Vapes, Snus und Nikotinbeuteln sind in den Händen vor allem junger Menschen sichtbar und unverkennbar „in“.

Um den Überblick über diese aktuellen Entwicklungen zu behalten, stellt die Fachstelle für Suchtprävention Berlin eine Vielzahl an Informationen und Angeboten bereit, um Jugendliche und Erwachsene sowie Fachkräfte zu beraten und in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Nikotin macht abhängig

Kinder und Jugendliche berichten von alltäglicher Präsenz und verbreitetem Konsum von Vapes und Nikotinbeuteln in ihren Lebenswelten. Das sind die neuen Trendprodukte der aufwachsenden Generation. Gleichzeitig wissen wir: Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 88.000 Menschen infolge des Rauchens an Krebs und statistisch sterben täglich 350 Menschen an den Folgen des Rauchens (vgl. Tabakatlas 2025, Deutsches Krebsforschungszentrum).

Nikotin ist ein zentraler Inhaltsstoff sowohl von Zigaretten als auch von vielen Vapes und macht hochgradig abhängig.

Nikotinprävention ist wichtig!

Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig aufzuklären und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich kritisch mit den Risiken auseinanderzusetzen. Vor allem, weil die Industrie besonders junge Menschen mit den neuen Produkten mit verharmlosenden Designs und Aromen anspricht.

Die Produkte sind stark auf Social Media vertreten und Algorithmen sorgen für eine Omnipräsenz, wenn das Interesse erstmal geweckt ist. Hier braucht es Schutz für die jungen Menschen – also schützende Rahmenbedingungen, indem z.B.  die Umsetzung des bereits vor Jahren ratifizierten FCTC auch in Deutschland angegangen wird, aber auch indem Präventionsangebote im Alltag von jungen Menschen regelhaft präsent sind.

Bereits abhängige Menschen benötigen einfachen Zugang zu Motivationshilfen und Entwöhnungsangeboten – weil es oft schon lange dauert, bis Hilfe von außen angenommen wird.

Nikotinprävention geht uns alle an – im Alltag und im Netzwerk

Es ist daher wichtig, über Nikotinkonsum ins Gespräch zu kommen und Jugendliche wie Erwachsene dabei zu unterstützen, Kompetenzen für ein unabhängiges Leben zu entwickeln. Zeitgemäße Nikotinprävention setzt bei der gesellschaftlichen Realität an und versucht, den Konsumeinstieg möglichst zu verzögern und Fähigkeiten zu vermitteln, die gesundheitsförderliche Entscheidungen und Umgang mit z.B. Gruppendruck möglich machen. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und ein verantwortungsvolles Verhalten vorzuleben, vor allem den Jüngeren gegenüber.

Nikotinprävention im Land Berlin baut auf Kooperation und Netzwerke. Das Berliner Landesprogramm zur Nikotin- und Cannabisprävention ist ein starkes Bündnis von engagierten Partnern und setzt sich für eine moderne, qualitätsorientierte Suchtprävention im Land Berlin ein. Es wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin koordiniert und bringt Akteure aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zusammen mit dem Ziel, eine abgestimmte und wirkungsvolle Nikotin- und Cannabisprävention für Berlin zu befördern.

Neben den Angeboten zur Nikotinprävention finden Sie in unserem Informationsblatt einen Überblick mit vielen relevanten Informationen zur Substanz, zu Konsummotiven und -folgen sowie zu Hilfsangeboten.

Im Bestellportal finden Sie zahlreiche Infokarten und weitere Materialien. Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie Kurzfilme z.B. zur Feinstaubbelastung durch Tabakrauch im Auto, zu Nikotinkonsum in der Schwangerschaft oder zu Rauchverhalten von Eltern in Anwesenheit von Kindern.

Kontakt

Interesse geweckt?
Sollten Sie Fragen haben oder Beratung wünschen, können Sie sich jederzeit per E-Mail sowie persönlich und telefonisch während der Öffnungszeiten an die Fachstelle für Suchtprävention wenden.

Dann kontaktieren Sie uns gerne:

Miriam Knörnschild
knoernschild@berlin-suchtpraevention.de

Christina Schadt
schadt@berlin-suchtpraevention.de

 

Sie finden uns hier:

Fachstelle für Suchtprävention Berlin
Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin
Tel.: 030 – 29 35 26 15

Telefonisch erreichen Sie uns zu unseren Öffnungszeiten:
Montag 10.00 – 14.00 Uhr, Dienstag 10.00 – 18.00 Uhr,
Donnerstag 16.00 – 18.00 Uhr und Freitag 09.00 – 13.00 Uhr.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie uns gerne per E-Mail kontaktieren oder eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen.

Weitere Informationen

rauchfrei-info.de 
Die „rauchfrei“-Kampagne des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist darauf ausgerichtet, den Einstieg in das Rauchen zu verhindern, vor Passivrauch zu schützen und Raucher*innen beim Aufhören zu unterstützen. Die Internetseite www.rauchfrei-info.de richtet sich primär an die Zielgruppe der Erwachsenen und bietet ein breites Informationsspektrum rund um das Thema „Rauchen/Nichtrauchen“.

Rauchfrei für Jugendliche
Auf diesem Internetportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) finden Jugendliche Informationen z.B. zu Nikotinprodukten ohne Tabak, zu Vapes, zu Zigaretten und anderen nikotinhaltigen Produkten und warum ein Rauchstopp lohnt.

BIÖG-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung
0 800 8 31 31 31 (kostenfreie Servicenummer)
Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Drogen- und Suchtberatungsstellen
Bezirkliche Anlaufstellen & Hilfsangebote bei riskantem und abhängigem Konsum, auch mit Angeboten zu Raucherentwöhnungskursen, so z.B. in der Sucht-Beratungsstelle des Caritasverbands Berlin „Königsberger 11“

„Be smart – don’t start“
„Be smart – don’t start“ ist ein jährlicher Klassenwettbewerb des IFT Nord gegen das Rauchen und Dampfen. Die Aktion richtet sich an Schüler*innen. Die gesamte Klasse macht mit und verpflichtet sich: „Wir bleiben rauchfrei!“ Das Ziel? Gemeinsam stark sein, um gar nicht erst mit dem Rauchen (oder Dampfen) anzufangen.

Karuna pr|events
Der interaktive Mitmach-Parcours „Rauchen, Dampfen, Shisha – Konsum nikotinhaltiger Produkte“ ist für Schulklassen ab der 5. Klasse konzipiert, umfasst fünf Stationen zu verschiedenen Themen u.a. einer Shisha-Lounge.

Unfairtobacco
Angebot für eine tabakfreie Welt mit Blick auf Menschenrechte und Umwelt für Schulen und Bildungsträger. Es werden z.B. Workshops, Printmaterialien und eine Wanderausstellung angeboten.

Nikotinprävention auf Social Media

@unabhaengigbleiben (Instagram)

Handlungsfelder der Nikotinprävention

Angebote für Schule und Jugendarbeit

Schule und Jugendeinrichtungen sind wichtige Lebensorte und Anlaufpunkte für Kinder und Jugendliche. Hier bietet sich die Chance, Jugendliche in ihrer Alltagswelt abzuholen. Nikotinprävention für Jugendliche setzt auf Reflexion des eigenen Konsumverhaltens und nutzt interaktive Methoden. Eine Übersicht zu Prävention im Setting Schule und Jugendarbeit befindet sich auf unserer Themenseite.

  • Durchblick 3D
    Kostenfreies Suchtpräventionsangebot für Berliner Jugendliche, auch zum Thema Nikotin.
  • Prev@School
    Ganzheitliches Suchtpräventionsprogramm für Berliner Schulen
  • Methodenset »breathe free«
    „breathe free“ ist eine Methodentasche zur Prävention riskantes Vape-Konsums, die zur Ausleihe und als Download bereitsteht. Zur Materialausleihe.
  • Voll vernebelt
    „Voll vernebelt – Risiken von Cannabis & Co klarkriegen“ ist ein interaktives Workshopangebot für Schüler*innen in OSZ und Auszubildende im betrieblichen Kontext
  • JugendFilmTage
    Die „JugendFilmTage“ sind ein praxiserprobtes Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zur Suchtprävention für Schulen. Mehr Informationen finden Sie hier: JugendFilmtage in Berlin.
  • KlarSicht-Koffer
    Der KlarSicht-Koffer ist ein Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). In Berlin kann er nach Teilnahme an der Schulung zum Einsatz des Koffers bei der Fachstelle für Suchtprävention Berlin ausgeliehen werden. Zur Materialausleihe.
  • Shisha-Station „Wenn´s nach Obst schmecken soll, dann iss einen Apfel“
    Die Mitmachstation widmet sich Reiz und Risiko von Shisha-Konsum. Ausleihbar und kombinierbar mit den JugendFilmTagen oder dem KlarSicht-Koffer. Das Thesenspiel zum Shisha-Konsum bildet eine Ergänzung. Zur Materialausleihe.
  • HD² – Hast Du´s drauf?
    Ein Quiz rund um das Thema Sucht und DrogenErhältlich im Bestellportal. Das Quiz ist außerdem als interaktives Online-Game verfügbar: Drogen-Risiko-Quiz.

Gerne vereinbaren wir auch individuelle Angebote nach Anfrage.

Angebote für Fachkräfte

Der Bedarf an suchtspezifischen Präventionsansätzen in Schulen, Jugendarbeit & Co ist aktueller denn je. Damit Suchtprävention in den Handlungsfeldern verankert ist, muss sie auf Kooperation setzen und Multiplikator*innen gewinnen. Werden Sie Multiplikator*in, um Suchtprävention nachhaltig in hoher Qualität zu gestalten.

  • Schulung zum Methodenset »breathe free«
    Ziel der Schulung ist es, die Teilnehmer*innen zu befähigen, das Methodenset umzusetzen und Hintergrundwissen zum Thema zu vermitteln. Die Teilnahme an der Schulung berechtigt zur Ausleihe von „breathe free“ für eigene Veranstaltungen.
  • Schulung zum Einsatz des »KlarSicht-Koffers«
    Ziel der Schulung ist es, die Teilnehmer*innen zu befähigen, die evaluierten Methoden des KlarSicht-Koffers umzusetzen und Hintergrundwissen zum Thema zu vermitteln. Die Teilnahme an der Schulung berechtigt zur Ausleihe des KlarSicht-Parcours für eigene Veranstaltungen
  • MOVE
    Schulung zu motivierender Gesprächsführung: Beratungsmethode, die die Veränderungsbereitschaft von jungen Menschen fördert und unterstützt, riskantes Konsumverhalten zu thematisieren
  • Zertifikatskurs Fachkraft­ für Suchtprävention im Kontext Schule/Jugendarbeit
    Berufsbegleitender Zertifikatskurs in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin; Verankerung wissenschaftlich fundierter, suchtpräventiver Arbeit in pädagogischen Handlungsfeldern

Angebote für Eltern und Sorgeberechtigte

Erziehende sind in der Pubertät ihrer Kinder oftmals mit großen Herausforderungen konfrontiert. Dabei bietet diese Phase große Chancen, als empathisches Vorbild wichtige Weichen zu stellen und die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden bestärkend zu begleiten. Niedrigschwellige Informations- und Austauschangebote im Setting »Familie« sind daher ein wichtiger Baustein einer umfassenden Nikotinprävention, die systemisch denkt und wirkt.

Weitere Angebote zur Nikotinprävention

Als Kompetenzzentrum wirkt die Fachstelle in Beratungen, Netzwerktreffen, Fachtagungen und durch Schulungen darauf hin, dass u.a. Gesundheits- und Jugendschutz sichergestellt, über die Risiken des Nikotinkonsums aufklärt wird und strategisches sowie methodisches Wissen in die Breite gebracht wird. Hierzu bietet die Fachstelle Schulungen, Beratungen, Unterstützung bei Konzeptentwicklung u.v.m. an. Kommen Sie gerne auf uns zu und vereinbaren Sie einen individuellen Beratungstermin!

  • Netzwerkarbeit zur Nikotinprävention
    Das Berliner Landesprogramm zur Nikotin- und Cannabisprävention wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin koordiniert. Es bringt Akteure aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zusammen mit dem Ziel, eine abgestimmte und wirkungsvolle Nikotin- und Cannabisprävention für Berlin zu befördern. Eine Steuerungsgruppe arbeitet kontinuierlich an den Themen und ist aktiv z.B. zu Aktionstagen wie dem Weltnichtrauchertag, veröffentlicht Fachbeiträge oder führt Fachveranstaltungen durch.

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Weitere Materialien erhalten Sie bei uns im Bestellportal oder in der Fachstelle.