Skip to main content
search
0

Suchtprävention für Jugendliche und junge Erwachsene – in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen

Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich in einer Lebensphase, die von Veränderung, Neugier und dem Wunsch nach Selbstständigkeit geprägt ist. Sie setzen sich mit Fragen der Identität auseinander, testen Grenzen und entwickeln eigene Haltungen – auch im Umgang mit Alkohol, Nikotin, Cannabis und anderen Substanzen.

Warum ist Suchtprävention besonders an Schulen oder in der Jugendarbeit wichtig?

Suchtprävention ist besonders an Schulen und in Jugendgruppen wichtig, da diese Orte zentrale Lebensräume junger Menschen sind. Eine Schulklasse bildet einen Querschnitt der Gesellschaft ab: Unterschiedliche familiäre Hintergründe, Erfahrungen mit Konsum, Belastungen und Ressourcen kommen hier zusammen. Genau deshalb eignet sich Schule in besonderer Weise für universelle Prävention, die alle erreicht, unabhängig davon, ob bereits ein Risiko besteht oder nicht.

Ziel moderner Suchtprävention ist es nicht abzuschrecken oder zu moralisieren, sondern junge Menschen darin zu stärken, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Schüler*innen bringen häufig bereits viel Wissen und eigene Erfahrungen zum Thema mit. Sie sind Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt. Präventionsarbeit sollte daran anknüpfen relevante Themen aufzugreifen und Raum für Austausch zu schaffen – ohne Drama und ohne Tabuisierung. Eine offene Auseinandersetzung trägt wesentlich zur Enttabuisierung von Sucht bei und senkt die Hemmschwelle Fragen zu stellen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Damit Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte sich das Thema zutrauen und sicher ansprechen können, braucht es jedoch Bereitschaft zur Weiterbildung und zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen suchtbezogenen Themenschwerpunkten (z. B. Alkohol, Cannabis, Medien, Vapes, Glücksspiel, psychische Gesundheit). Nur so kann Prävention lebensweltorientiert, glaubwürdig und nachhaltig gestaltet werden.

Um Suchtprävention langfristig an Schulen und in Jugendhilfeeinrichtungen zu verankern, ist die Zusammenarbeit mehrerer Professionen entscheidend. Dazu gehören unter anderem Schule, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Suchthilfe und externe Fachstellen. Diese Kooperation kann sich konkret zeigen durch:

  • Co-Teaching von Lehrkräften und externen Fachkräften
  • Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung suchtpräventiver Konzepte an Schulen und in Jugendhilfeeinrichtungen
  • gemeinsame Fortbildungen und fachlichen Austausch
  • klare Zuständigkeiten und verlässliche Netzwerke

Darüber hinaus kommt der Suchtprävention in Jugendhilfeeinrichtungen eine besondere Bedeutung zu, da viele betreute junge Menschen ein erhöhtes Risiko für Suchtentwicklungen aufweisen (z. B. durch belastende Lebenslagen, traumatische Erfahrungen oder fehlende stabile Bezugssysteme). Prävention sollte hier alltagsnah und lebensweltorientiert gestaltet werden.

So wird Suchtprävention nicht als einmalige Maßnahme verstanden, sondern als kontinuierlicher, gemeinsamer Prozess, der junge Menschen stärkt und sie in ihrer Entwicklung begleitet. Entsprechende Angebote für Lehrkräfte oder pädagogisches Personal finden Sie unten.

Zielgruppen und präventive Handlungsansätze

Jugendliche ab etwa 12 Jahren befinden sich in einer Phase tiefgreifender körperlicher, psychischer und sozialer Veränderungen sowie der Orientierungssuche. In dieser Lebensphase sind sie besonders empfänglich für äußere Einflüsse und Belastungen. Schule und Einrichtungen der Jugendhilfe nehmen dabei eine zentrale Rolle ein, da sie einen wesentlichen Teil des Alltags junger Menschen prägen und wichtige Sozialisations- und Entwicklungsräume darstellen. Zusätzliche Belastungen wie soziale Benachteiligung, unsichere Zukunftsperspektiven, familiäre Problemlagen oder ein früher Kontakt mit Suchtmitteln können diese Vulnerabilität weiter verstärken.
Studien zeigen zudem, dass ein früher Konsumbeginn mit erhöhten gesundheitlichen und psychosozialen Risiken einhergeht – ein Umstand, der sich auch in urbanen Räumen wie Berlin widerspiegelt.

Vor diesem Hintergrund kommt der Suchtprävention eine zentrale Bedeutung zu. Jugendliche benötigen weniger moralische Appelle als vielmehr verlässliche Informationen, Orientierung und Möglichkeiten zur Reflexion ihres eigenen Verhaltens. Ziel moderner Prävention ist es, junge Menschen in ihrer Entscheidungsfähigkeit zu stärken und sie zu einem informierten, verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit Risiken zu befähigen, orientiert an ihrer jeweiligen Lebensrealität.

 

Ziele von Suchtprävention im Setting Schule/Jugendarbeit:

  • Sensibilisierung von Jugendlichen hinsichtlich ihres eigenen Substanzkonsums
  • Stärkung eines risikokompetenten und verantwortungsvollen Umgangs mit Substanzen
  • Motivierung der Jugendlichen, sich Ansprechpartner*innen und Unterstützung zu holen
  • Beförderung von Früherkennung und frühzeitiger Intervention
Kontakt

Interesse geweckt?
Sollten Sie Fragen haben oder Beratung wünschen, können Sie sich jederzeit per Mail sowie persönlich und telefonisch während der Öffnungszeiten an die Fachstelle für Suchtprävention wenden.

Dann kontaktieren Sie uns gerne:
info@berlin-suchtpraevention.de 

Sie finden uns hier:

Fachstelle für Suchtprävention Berlin
Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin
Tel.: 030 – 29 35 26 15

Telefonisch erreichen Sie uns zu unseren Öffnungszeiten:
Montag 10.00 – 14.00 Uhr, Dienstag 10.00 – 18.00 Uhr,
Donnerstag 16.00 – 18.00 Uhr und Freitag 09.00 – 13.00 Uhr.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie uns gerne per E-Mail kontaktieren oder eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen.

Bei konkreter Anfrage für Workshops für die Zielgruppe, bitten wir Sie folgende Infos uns per Mail an info@berlin-suchtpraevention.de zukommen zu lassen:

  • Schule/Einrichtung, Bezirk, Adresse und Schulform
  • Klasse oder Altersstufe
  • Anzahl der teilnehmenden Schüler*innen/Jugendlichen
  • Wunschzeitraum oder konkretes Wunschdatum

Für weitere Informationen, Präventions- und Hilfsangebote empfehlen wir zusätzlich folgende Seiten:

SIBUZ
Schulpsychologische und Inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentren in allen Berliner Bezirken

Deutscher Bildungsserver
Suchtprävention Unterrichtsmaterial: Arbeitsblätter zu Sucht & Drogen als Unterrichtsthema

BIÖG – Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit 
Leitbegriffe: Lebenskompetenzen und Kompetenzförderung

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Kinderschutz an Berliner Schulen

Netzwerk Kinderschutz 
Informationen zum Berliner Netzwerk Kinderschutz

Karuna pr|events
Interaktive Mitmach-Parcours zu verschiedenen suchtpräventiven Themen

Angebote im Setting Schule und Jugendarbeit

Weiterbildungen für pädagogisches Personal

Der Bedarf an suchtspezifischen Präventionsansätzen in Schulen, Jugendarbeit & Co ist aktueller denn je. Damit Suchtprävention in den Handlungsfeldern verankert ist, muss sie auf Kooperation setzen und Multiplikator*innen gewinnen. Werden Sie Multiplikator*in, um Suchtprävention nachhaltig in hoher Qualität zu gestalten.

  • KlarSicht-Koffer – Methodenset zur Alkohol- und Tabakprävention
    Mobiles Präventionsangebot zu den Suchtmitteln Alkohol und Tabak, seit 2010 bundesweit etabliert. Die Teilnahme an der Schulung berechtigt zur Ausleihe und eigenständigen Anwendung des Koffers
  • Berliner Cannabisparcours – Methodenset zur Cannabisprävention
    Interaktiver Präventionsparcours im Rucksack mit verschiedenen Stationen rund um Cannabisprävention. Die Teilnahme an der Schulung berechtigt zur Ausleihe und eigenständigen Anwendung des Rucksacks
  • HöhenRausch
    Angebot für Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe/Jugendarbeit mit dem Ziel, Jugendlichen ab 14 Jahren im Rahmen von interaktiven Kletterevents einen verantwortungsvollen und risikokompetenten Umgang mit Cannabiskonsum zu vermitteln
  • Grüner Koffer
    Der »Grüne Koffer« ist ein Methodenset des BIÖG und wird bundesweit eingesetzt. Er enthält neun interaktive Methoden und Materialien für den Einsatz in der Schule und richtet sich an Schüler*innen ab der 8. Klasse. Die Teilnahme an der Schulung berechtigt zur Ausleihe und eigenständigen Anwendung des Koffers
  • Instavention – Suchtprävention auf Instagram
    Instavention stärkt die Medien- und Risikokompetenz von Jugendlichen, indem über Instagram für einen bewussten Umgang mit sozialen Medien sensibilisiert wird. Mehr Infos hier.
  • breathe free 
    Suchtpräventionsmethodenset zum Thema Vapen
  • Zertifikatskurs Fachkraft­ für Suchtprävention im Kontext Schule/Jugendarbeit
    Berufsbegleitender Zertifikatskurs in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin; Verankerung wissenschaftlich fundierter, suchtpräventiver Arbeit in pädagogischen Handlungsfeldern
  • MOVE
    Schulung zu motivierender Gesprächsführung: Beratungsmethode, die die Veränderungsbereitschaft von jungen Menschen fördert und unterstützt, riskantes Konsumverhalten zu thematisieren
  • Perspektive 3D 
    Beratungen und Weiterbildungen für die Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen
  • 1000 Schätze – Für Grundschulen
    Ein evaluiertes Programm zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit von Grundschüler*innen. Es nimmt die Ressourcen von Erst- und Zweitklässler*innen in den Blick und fördert Lebenskompetenzen, Bewegung und Achtsamkeit.

Gerne vereinbaren wir auch individuelle Angebote nach Anfrage.

Methoden für den pädagogischen Einsatz

Für die einfache Umsetzung von Suchtpräventionsworkshops stehen zahlreiche erprobte interaktive Methoden zu verschiedenen Themen bereit, die auch ohne vorhergehende Schulung von pädagogischen Fachkräften eingesetzt werden können. Zusätzlich verleiht die Fachstelle verschiedene Methodensets und Materialien, wie z.B. Rauschbrillen: Materialien-Verleih. Wir beraten Sie gerne zum Einsatz unserer Methoden.

  • Methodensammlung Alkohol und Mischkonsum 
    Methodensammlung für pädagogische Fachkräfte zur Prävention von riskantem Alkoholkonsum und Mischkonsum, online verfügbar.
  • Methodensammlung Digitale Medien – (Online-)Glücksspiel
    Methodensammlung für pädagogische Fachkräfte zur Prävention riskanter Mediennutzung und (Online-)Glücksspiel, online verfügbar.
  • Methode »Für Alle(s) was dabei?!« 
    Interaktive Methode zu riskantem Medikamentenkonsum im Alltag für pädagogische Fachkräfte zur Umsetzung mit jungen Menschen, online verfügbar.
  • Lachgas-Methode
    Suchtpräventionsmethode zum Thema Lachgas und Mischkonsum, online verfügbar.
  • Findout – Manual
    Handreichung zur Beratung und Begleitung Jugendlicher auf dem Weg zu einer besseren Kontrolle ihres Online-Nutzungsverhaltens, online verfügbar.
  • GAMER OVER – Entwicklungsstufen Online-Glücksspiel-Sucht
    Interaktive Methode zu den Themen Online-Nutzung und Glücksspiel, die eine differenzierte Betrachtung von kompetenter, problematischer und pathologischer Nutzung von (Online-)Glücksspielen vermittelt, online verfügbar.
  • HD² – Hast du’s drauf?
    Ein Quiz rund um das Thema Sucht und DrogenErhältlich im Bestellportal. Das Quiz ist außerdem als interaktives Online-Game verfügbar: Drogen-Risiko-Quiz.
  • Methode „Lebenspläne, Ziele, Wünsche“
    Lehrmaterial zur Suchtentstehung, online verfügbar.

Weitere Materialien sind in unserem Bestellportal verfügbar.

Angebote für Jugendliche

Schule und Jugendeinrichtungen sind wichtige Lebensorte und Anlaufpunkte für Kinder und Jugendliche. Hier bietet sich die Chance, Jugendliche in ihrer Alltagswelt abzuholen. Prävention für Jugendliche setzt auf Reflexion des eigenen Konsumverhaltens und nutzt interaktive Methoden.

  • Durchblick 3D
    Kostenfreies Suchtpräventionsangebot für Berliner Jugendliche
  • Prev@School
    Ganzheitliches Suchtpräventionsprogramm für Berliner Schulen
  • Tom & Lisa – Alkoholprävention für Klassen 7-8
    Alkoholprävention für Klassen 7-8. In einem interaktiven, inszenierten Planspiel sind die Jugendlichen als Geburtstagsgäste an der Planung und Umsetzung der Party beteiligt und lernen, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol aussieht und wie in Gefahrensituationen richtig reagiert werden kann
  • FASD – Prävention der Fetalen Alkoholspektrumstörung
    Der FASD-Workshop informiert Jugendliche über die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und stärkt ihre Verantwortung für einen alkoholfreien Umgang während der Schwangerschaft
  • Prävention Inklusiv
    Suchtprävention und Ressourcenstärkung für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen
  • Berlin sucht Kim
    Im suchtpräventiven Escape Game „Berlin sucht Kim“ lösen die Jugendlichen, in drei Teams aufgeteilt und mit unterschiedlichem Material ausgestattet, mit Spaß, logischem Denken und Kreativität den Fall rund um das Verschwinden der / des fiktiven Mitschüler*in Kim.
  • Weitblick 3D
    Angebote für Jugendliche aus suchtbelasteten Familien
  • HöhenRausch
    Angebot für Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe/Jugendarbeit mit dem Ziel, Jugendlichen ab 14 Jahren im Rahmen von interaktiven Kletterevents einen verantwortungsvollen und risikokompetenten Umgang mit Cannabiskonsum zu vermitteln
  • Voll vernebelt
    „Voll vernebelt – Risiken von Cannabis & Co klarkriegen“ ist ein interaktives Workshopangebot für Schüler*innen in OSZ und Auszubildende im betrieblichen Kontext

Angebote für Eltern und Sorgeberechtigte

Erziehende sind in der Pubertät ihrer Kinder oftmals mit großen Herausforderungen konfrontiert. Dabei bietet diese Phase große Chancen, als empathisches Vorbild wichtige Weichen zu stellen und die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden bestärkend zu begleiten. Niedrigschwellige Informations- und Austauschangebote im Setting »Familie« sind daher ein wichtiger Baustein einer umfassenden Präventionsarbeit, die systemisch denkt und wirkt.

Erfahren Sie mehr!

Weitere Informationen erhalten Sie bei uns im Bestellportal oder in der Fachstelle.