Sport als wichtige Ressource und guter Platz für die Suchtprävention!

Regelmäßige aktive Freizeitgestaltung und sportliche Betätigung können suchtpräventiv wirken. Sport hebt die Stimmung und fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit. Außerdem trägt Sport zur Entspannung bei und hilft dadurch, Alltagsstress besser zu meistern. Sport kann als Ventil und als Bewältigungsstrategie beim Umgang mit belastenden Situationen dienen. Zusätzlich kann Sport beim Aufbau eines positiven Selbstkonzepts und Selbstwertgefühls unterstützend wirken. Das macht Sport zu einer wichtigen Ressource, wenn es darum geht, sich vor Sucht und süchtigem Verhalten zu schützen. Gleichzeitig kann Sport auch Risiken für riskantes Konsumverhalten beinhalten – durch Wettkämpfe und Leistungsdruck, durch riskanten Konsum, weil die Leistung über ein gesundes Maß hinaus gesteigert werden soll, weil man dazu gehören möchte beim „Bier nach dem Spiel“ oder das Wetten einen großen Reiz ausübt.

Daher ist Suchtprävention im Sportverein wichtig!

Organisierter Freizeitsport als Ort der Begegnung und Gesunderhaltung

In Berlin gibt es über 2.400 Sportvereine. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie fördern Bewegung, Fairness, Leistungsbereitschaft und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper. Darüber hinaus vermitteln sie wichtige Werte wie Gemeinschaft, Respekt und gegenseitige Unterstützung.

Gerade Sportvereine tragen dazu bei, Lebenskompetenzen zu stärken, z.B. indem sie dabei unterstützen

  • partnerschaftliches Handeln und Teamgeist zu entwickeln,
  • soziale Kompetenzen auszubauen,
  • körperliche und mentale Grenzen von sich selbst und anderen zu erfahren,
  • mit Erfolg und Misserfolg konstruktiv umzugehen.

Insbesondere in Freizeit-Sportvereinen kommen Berliner*innen aller Altersgruppen zusammen. Die Einbindung in eine Gemeinschaft beugt sozialer Isolation und Einsamkeit vor. So trägt die Mitgliedschaft in einem Sportverein zur Steigerung der Lebensqualität bei und wird zu einem bedeutenden Schutzfaktor mit suchtpräventiver Wirkung.

Die Reichweite von Sportvereinen macht es besonders sinnvoll, suchtpräventive Botschaften zu platzieren und den Vereinsmitgliedern eine kritische Auseinandersetzung mit Risiken von Substanzen und riskanten Verhaltensweisen zu ermöglichen.

Häufige Herausforderungen im Vereinssport

Neben all den positiven Aspekten, die Sportvereine für die Suchtprävention bereithalten, gibt es ebenso Faktoren, die Sucht oder riskantes Verhalten begünstigen können:

  • Alkohol: Gemeinsame Aktivitäten werden im Sportverein oftmals von Alkoholkonsum begleitet und Siege häufig mit Alkohol gefeiert – nicht nur von den Vereinsmitgliedern, sondern auch von den Trainer*innen. Dabei tragen ebendiese vor allem gegenüber Minderjährigen eine besondere Rolle in ihrer Vorbildfunktion, was den Alkoholkonsum besonders problematisch macht.
  • Schmerzmittel: Hinzu kommt eine zunehmende Normalisierung von Schmerzmittelgebrauch, die nicht nur im Leistungs-, sondern auch im Amateursport zu beobachten ist (siehe hierzu z.B. die Übersichtsarbeit von Leyk et al. (2023) oder den Artikel zu Schmerzmitteln im Amateur-Fußball, Vor- und Nachteile von Schmerzmittelkonsum im Sport werden im Beitrag von Klingenberg diskutiert).
  • Nikotin: Nicht zuletzt kann auch der Umgang mit rauchenden und dampfenden Eltern und Angehörigen am Spielfeldrand zur Herausforderung für Sportvereine werden. Zum einen mit Blick auf die Erwachsenen als Vorbilder, zum anderen durch die Risiken von Passivrauchen oder -dampfen gerade für die Kinder von rauchenden/dampfenden Eltern. Zunehmend bereitet Vapen bei Jugendlichen den Vereinen Sorge und der Einsatz von Nikotinbeuteln (z.B. Snus) zur Leistungssteigerung spielt eine größer werdende Rolle, wenngleich Nikotinbeutel und Snus in Deutschland nicht legal zu erwerben sind.
  • Glücksspiel: Wetten sind mit Sport eng verknüpft. Zum einen durch Sponsoring von Sportvereinen durch Wettanbietende, zum anderen durch die Bereitschaft sportbegeisterter Menschen, an Sportwetten teilzunehmen. Oft startet dies mit Tippspielen während der Fußballweltmeisterschaft, ohne dass Glücksspiel im Verein kritisch betrachtet wird.

Umso wichtiger ist es, dass Vereine Suchtprävention nicht nur punktuell auf Vereinsfesten oder bei Gruppenabenden einsetzen, sondern strukturell umsetzen und somit Vereinsstrukturen sowie die Mitgliedergesundheit stärken. Zur Unterstützung stehen Angebote bereit, die von Sportvereinen genutzt werden können.

Vorteile von suchtpräventiven Maßnahmen im Sportverein

In ihrer Kooperationsvereinbarung von Anfang 2026 verpflichten sich das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sowie die Deutsche Sportjugend (dsj) dazu, „gemeinsam die Strukturen der Bewegungsförderung langfristig zu stärken“. Organisierten Sportstrukturen werden dabei ein erhebliches Potenzial für nachhaltige Wirkung bei der Prävention von nicht übertragbaren Erkrankungen – wie z.B. Suchterkrankungen – zugeschrieben.

Auch Sportvereine selbst profitieren davon, sich suchtpräventiv zu engagieren:

  • Öffentliche Darstellung: Vereine, die suchtpräventive Angebote nutzen oder anbieten, zeigen Verantwortung und werden gesellschaftlich positiv wahrgenommen.
  • Mitglieder und Mitarbeitende: Suchtprävention klärt auf und trägt dazu bei, gesundheitsschädliches Verhalten zu verringern und Gesundheit zu stärken.
  • Umsetzung des Jugendschutzes: Kinder und Jugendliche sind eine besonders vulnerable und schützenswerte gesellschaftliche Gruppe. Suchtpräventive Maßnahmen stärken das Vertrauen von Eltern und Schulen in den Verein.
  • Akquise von Fördermitteln: Um Zuwendungen zu erhalten, sind Kinder- und Jugendschutzkonzepte – wie z.B. Präventionskonzepte – verpflichtend.

Sich auf den Weg zu machen beginnt mit dem ersten Schritt – auch in der Suchtprävention. Gemeinsam können wir gesunde Strukturen schaffen, Gesundheitskompetenz stärken und Menschen dabei unterstützen, informierte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.

Kontakt

Interesse geweckt?
Sollten Sie Fragen haben oder Beratung wünschen, können Sie sich jederzeit per Mail sowie persönlich und telefonisch während der Öffnungszeiten an die Fachstelle für Suchtprävention wenden.

Dann kontaktieren Sie uns gerne:

Marie Richter
richter@berlin-suchtpraevention.de 

Sie finden uns hier:

Fachstelle für Suchtprävention Berlin
Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin
Tel.: 030 – 29 35 26 15

Telefonisch erreichen Sie uns zu unseren Öffnungszeiten:
Montag 10.00 – 14.00 Uhr, Dienstag 10.00 – 18.00 Uhr,
Donnerstag 16.00 – 18.00 Uhr und Freitag 09.00 – 13.00 Uhr.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie uns gerne per E-Mail kontaktieren oder eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen.

Hilfs- und Unterstützungsangebote

Suchtberatungsstellen in Berlin
Liste aller Beratungsstellen

Zentrum für Verhaltenssucht (Caritas)
Kostenfreie Beratung für Betroffene und Angehörige von z.B. Glücksspielsucht

Deck24
Beratung für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige

SEKIS
Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle mit Suchfilterfunktion für Selbsthilfegruppen in Berlin

digisucht
Digitale Suchtberatung für Betroffene und Angehörige

stillesucht
Plattform für den Ausstieg aus der Medikamentenabhängigkeit

 

Informationen zu Sport- und Bewegungsangeboten

Berlin bewegt sich
Suchfilterfunktion für kostenfreie Bewegungsangebote für alle Altersgruppen

„Mein bewegter Sommer“
Ferienangebote für Kinder

Sportbunt
Projekt zur Integration und Partizipation Geflüchteter

Sport für Alle 
Angebote für Inklusion und Teilhabe, unabhängig von Alter, Herkunft, finanziellen Möglichkeiten oder körperlichen Voraussetzungen

Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit (GSJ)
Projekte für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen und sind an sozialen Brennpunkten

Bwgt e.V.
Partizipative Förderung von gesundheitsorientierten Spiel-, Sport- und Bewegungsangeboten

Deutscher Olympischer Sportbund
Regierungsunabhängige Dachorganisation des deutschen Sports

Landessportbund Berlin
Dachverband des Sports in Berlin

Sportjugend Berlin
Jugendorganisation des Landessportbundes Berlin (LSB)

Berliner Fußball-Verband
Dachverband für alle Fußballvereine in Berlin, mit Überblick über alle Berliner Sportvereine

Angebote im Themenfeld Suchtprävention im Sport

Angebote der Fachstelle für Suchtprävention

Wir unterstützen Sportvereine bei der erfolgreichen Planung und Umsetzung von Suchtprävention. Auf folgende Angebote können Sportvereine und interessierte Personen zurückgreifen:

  • Beratung zur strukturellen Umsetzung von Suchtprävention im Verein
  • Unterstützung bei Sensibilisierung und Kampagnen
  • Informationsveranstaltungen für Vorstände
  • Trainer*innen-Schulungen / Schulungen für Ehrenamtliche
  • Unterstützung bei Teamer*innen-Ausbildung/ Juleica-Ausbildung
  • Informationsstände bei Vereins- und Sportfesten
  • Bereitstellung von Infomaterialien und Methoden zum Thema im Bestellportal

Weitere suchtpräventive Angebote und Informationen mit Sportbezug

Erfahren Sie mehr!

Weitere Informationen erhalten Sie bei uns im Bestellportal oder in der Fachstelle.