Probleme erkennen und Handlungsoptionen entwickeln

Früherkennung und Frühintervention bilden ein zentrales Handlungsfeld der Suchtprävention und markieren die Schnittstelle zwischen Gesundheitsförderung, Prävention, Risikoreduktion und Behandlung. Sie haben zum Ziel, frühestmöglich Hinweise auf Probleme wahrzunehmen und Handlungsbedarf abzuklären, um gesundheitliche Risiken und eine Chronifizierung von schädlichem Verhalten zu verhindern. Durch die Förderung von Ressourcen von Betroffenen geht es darum, Risikofaktoren zu identifizieren und zu verringern sowie ein gesundheitsförderliches Umfeld zu stärken.

Die Stärken von früher Erkennung und Intervention

Als Handlungsfeld der Suchtprävention tragen Früherkennung und frühe Intervention dazu bei, einen gesundheitsstabilisierenden Umgang mit Herausforderungen wie Risikoverhalten, Suchtgefährdung und belasteter psychischer Gesundheit zu finden.

Als ganzheitlicher Ansatz wird dabei die Gesamtheit der persönlichen, sozialen und umweltbedingten Faktoren, deren Zusammenspiel das Leben jedes Individuums beeinflusst, berücksichtigt. Menschen, die sich in vulnerablen Situationen befinden, haben ein erhöhtes Risiko eines missbräuchlichen Konsums von Substanzen bzw. hinsichtlich der Entwicklung gesundheitsgefährdender Verhaltensweisen.

Hinschauen & Handeln

Insbesondere das Jugendalter ist eine herausfordernde Lebensphase, und das nicht nur für die Jugendlichen selbst. Die Pubertät kann als dauerhafte Krise erlebt werden, alles ist neu, alles entwickelt und verändert sich und die eigene Identität beginnt sich herauszubilden. Das ist ein normaler Prozess, der jedoch auch Risiken bereithalten kann. Junge Menschen befinden sich noch in der körperlichen und geistigen Entwicklungsphase und haben häufig noch kein ausgeprägtes Risikobewusstsein – weshalb Lust und Leichtsinn häufig die Vernunft überlagern. Jugendlichen fällt es schwer, in dieser Phase von sich aus um Unterstützung zu bitten.

Wichtig ist daher, belastete junge Menschen frühzeitig zu erkennen und anzusprechen.

Riskanter Konsum und gesundheitsgefährdendes Verhalten können eine Strategie zur Bewältigung von herausfordernden Lebenssituationen und Entwicklungsaufgaben sein.

In dem Moment, in dem Jugendliche die ersten Male wegen ihres Substanzkonsums oder ihres riskanten Verhaltens auffallen, bieten Frühinterventionsprogramme und -methoden die Möglichkeit, den Konsum zu reflektieren und ggf. Veränderungsmotivation zu stärken. Ziel ist, ein Abgleiten in noch problematischere Konsummuster zu verhindern und risikokompetentes und verantwortliches Konsumverhalten zu befördern. Früherkennung und Frühintervention setzen auf Partizipation, indem gemeinsam mit der Zielgruppe nach Möglichkeiten gesucht wird, Veränderungsmotivation zu stärken.

Kontakt

Interesse geweckt?
Sollten Sie Fragen haben oder Beratung wünschen, können Sie sich jederzeit per Mail sowie persönlich und telefonisch während der Öffnungszeiten an die Fachstelle für Suchtprävention wenden.

Dann kontaktieren Sie uns gerne:
info@berlin-suchtpraevention.de 

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Fachstelle für Suchtprävention Berlin
Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin
Tel.: 030 – 29 35 26 15

Telefonisch erreichen Sie uns zu unseren Öffnungszeiten:
Montag 10.00 – 14.00 Uhr, Dienstag 10.00 – 18.00 Uhr,
Donnerstag 16.00 – 18.00 Uhr und Freitag 09.00 – 13.00 Uhr.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie uns gerne per E-Mail kontaktieren oder eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen.

Weiterführende Informationen:

Früherkennung und Frühintervention: Harmonisierte Definition
des Schweizer Bundesamts für Gesundheit.

Hinschauen, einschätzen und begleiten. Früherkennung und Frühintervention (F+F): Ein Handbuch für Bezugspersonen
Handbuch des Schweizer Fachverbands Sucht zu Früherkennung und Frühintervention.

HAND-Methode: Hinschauen, Austauschen, Nachfragen, Dranbleiben.
Methodischer Ansatz für Fachpersonen, die mit Jugendlichen in Kontakt stehen. GREA, VOILA 2025.

Arbeitshilfe der BAG Landesjugendämter
für Jugendämter zur Frühintervention bei Cannabisauffälligkeiten Minderjähriger.

Angebote im Themenfeld Früherkennung und Frühintervention

Unterstützung, weitere Angebote & Informationen

Früherkennung und Frühintervention findet in verschiedenen Settings wie Schule, Jugendzentren, Betrieb etc. statt. Als Querschnittsaufgabe verbinden frühe Erkennung und Intervention betroffene Personen mit Angehörigen, Fachkräften und Begleiter*innen im Alltag.

  • Suchtpräventive Workshops in Schulen und Jugendgruppen durch Suchtpräventionsfachkräfte sind wichtige Bausteine, um riskante Muster zu erkennen und weitere Fach- und Bezugspersonen zu involvieren.
  • Suchtpräventiv geschulte Multiplikator*innen entwickeln eine gesundheitsfördernde Haltung und verfügen über das nötige Handwerkszeug, um Probleme zu erkennen und handlungskompetent zu wirken.
  • Eltern* und familiäre Bezugspersonen übernehmen eine wichtige Funktion in der Begleitung von Jugendlichen beim Aufwachsen und daher ebenso in der Begleitung von Verhaltensveränderungen. Interesse und Aufmerksamkeit für Bedürfnisse sind oft wichtige Aspekte von frühem Erkennen etwaiger Herausforderungen.
  • Schulen, Organisationen und Gemeinden gestalten verhältnispräventiv gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen, etwa durch Suchtpräventionskonzepte.
  • Beratungsangebote und Gruppenkurse bieten für junge Menschen einen wichtigen Raum zur Reflexion und können Impulse zur Verhaltensänderung setzen. Systemische Angebote integrieren auch die Familien und weitere wichtige Bezugspersonen.
  • Netzwerke und Koordinierungsgremien verbinden Fachlichkeit und sorgen für ein bedarfsorientiertes Schnittstellenmanagement zwischen Erkennen, Beratung und passgenauer Hilfe.

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